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Käufer-Kurs/Kapitel Phase 0/Ich kann das

Ich kann das

Lektion 1 von 1LektüreKapitel Phase 0 · Ich kann das
Du verlässt diese Lektion mit dem Gefühl: Das ist ja möglich. Auch für mich. Nicht weil wir dir etwas versprechen — sondern weil wir dir zeigen, wo wir selbst vor ein paar Jahren gestanden haben. Und wo wir heute stehen.

Bevor wir anfangen

Du bist hier, weil irgendetwas in dir sagt: Ich will mehr als das. Vielleicht nervt dich der Job, aber das ist es nicht allein. Es ist eher das Gefühl, dass da draußen etwas für dich ist — etwas Eigenes, etwas mit Gewicht — und du siehst es nur noch nicht klar genug.

Unternehmensnachfolge ist für die meisten Menschen kein Begriff, mit dem sie aufgewachsen sind. Kein Schulfach, kein Familiengespräch, kein YouTube-Kanal, den jeder kennt. Das Thema existiert — aber es existiert im Verborgenen. Und genau deshalb ist es eine der größten ungenutzten Chancen in Deutschland.

Diese Lektion ist kein Strategiepapier. Keine Finanzvorlesung. Keine Checkliste. Es ist der Anfang eines Gesprächs — und das Gespräch beginnt damit, wo wir selbst gestartet sind.

Wo wir angefangen haben — und warum das relevant für dich ist

Max hat das Thema zum ersten Mal an der Universität gehört. Ein Dozent erwähnte beiläufig: Es gibt nicht nur die Gründung — man kann auch ein bestehendes Unternehmen übernehmen. Keine Details, keine Erklärung. Nur der Hinweis, dass es diese Möglichkeit gibt. Das reichte nicht, um etwas zu glauben. Also hat er es vergessen.

Nach dem Ende seines Startups und einer Phase in der Festanstellung hat er sich wieder umgeschaut. Über YouTube, Webseiten, Foren — kaum Gespräche, weil er niemanden fand, den das wirklich interessiert. Langsam wurde real: Man braucht dafür nicht zwingend eigenes Geld. Den richtigen Schub gab es, als er erste Exposés auf Plattformen angefragt hat — ohne wirklich zu wissen, wie es am Ende funktioniert. Dann haben wir uns kennengelernt.

Jan hat das Thema nicht einmal gehört. Für ihn gab es nur einen Weg: gründen. Startup oder gar nichts. Bis Max ihn irgendwann darauf angesprochen hat. Sie haben sich dann nebenberuflich reingefuchst — Podcasts, Fachbeiträge, erste Gespräche. Und trotzdem dachte Jan lange: Dafür braucht man doch viel Geld. Ich hab das nicht. Kann ich das überhaupt?

Der Wendepunkt kam, als wir ein konkretes Unternehmen durchleuchtet und durchgerechnet haben — und gemerkt haben, dass die Finanzierung funktionieren kann. In Kombination mit Gesprächen mit Menschen, die genau so angefangen haben wie wir, wurde es greifbar. Die Glorifizierung des Unternehmers — die haben wir beide lange gehabt — hat sich aufgelöst. Unternehmer sind normale Menschen. Manchmal wissen andere mehr als sie.

Wir kaufen gerade unser erstes Unternehmen. Und wir sind der Beweis.

Ich habe kein Geld — die hartnäckigste Lüge in diesem Thema

Man braucht kein Geld. Das ist unsere ehrlichste Antwort — keine Lehrbuchantwort.

Ein gutes Unternehmen trägt seinen Kaufpreis selbst. Es erwirtschaftet Cashflow. Dieser Cashflow bedient den Kredit, mit dem der Kauf finanziert wurde. Wenn Käufer und Verkäufer einig sind und die Zahlen es hergeben, wollen Banken dabei sein. Fremdkapitalgeber wollen dabei sein. Wir kaufen unser erstes Unternehmen — ohne einen Cent Eigenkapital einzubringen. Das ist nicht die Regel. Aber es ist möglich.

Wichtig ist aber zu verstehen: Finanzierung ist kein Schwarz-Weiß-Thema. Es ist ein Spektrum.

Was Eigenkapital wirklich bedeutet

Mit Eigenkapital ist es einfacher — das wäre gelogen zu verneinen. Es signalisiert Risikobereitschaft gegenüber Bank und Verkäufer. Es ermöglicht andere Deals. Aber es ist kein Ausschlusskriterium.

Was viele nicht verstehen: Eigenkapital wird nicht verlangt, um den Kaufpreis zu bezahlen. Es geht um Absicherung für den Fremdkapitalgeber. Im schlimmsten Fall — im Insolvenzfall — gibt es bei jemandem mit Eigenkapital etwas zu holen. Das ist die eigentliche Funktion.

Nicht vergessen: Transaktionsnebenkosten — Notar, eventuell Anwalt — müssen in jedem Fall bezahlt werden. Auch das lässt sich manchmal kreativ lösen. Das gesamte Thema Finanzierung ist mehr Kunst als Wissenschaft. Wer kreativ und smart rangeht, kann sich da voll austoben. Alles ist möglich — manches leichter, manches schwerer. Aber alles ist möglich.

Der Markt, den die meisten nicht sehen

In den nächsten Jahren stehen rund 300.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland vor einer Nachfolgelösung. Dem gegenüber stehen rund 100.000 potenzielle Nachfolger. Schon alarmierende Zahlen. Aber die Realität ist noch schärfer.

Was die Statistik nicht zeigt

Der Großteil dieser 300.000 Unternehmen sind Kleinstbetriebe: der Maler, der Elektriker, der kleine Einzelhändler mit ein bis zehn Mitarbeitern, der sich gerade so über Wasser hält. Der Eigentümer ist tief ins Geschäft eingebunden, schwer zu ersetzen. Diese Unternehmen dominieren die Statistik zahlenmigrate — aber sie sind nicht das, was interessierte Käufer suchen.

Auf einen kleinen Teil wirklich attraktiver Unternehmen — mit guten Zahlen, klaren Strukturen — konzentriert sich ein Großteil der Interessenten. Dort ist der Wettbewerb hoch. Beim Großteil der anderen meldet sich schlicht niemand.

Die unterschätzte Dimension

Was die meisten überhaupt nicht wissen: Dass man Unternehmen kaufen kann. Dass es diesen Markt gibt. Autos kaufen kann sich jeder vorstellen. Immobilien kaufen kann sich der eine oder andere vorstellen. Aber ein Unternehmen als Assetklasse? Das liegt außerhalb des Vorstellungshorizonts der meisten Menschen — selbst bei Leuten mit wirtschaftlichem Hintergrund.

Und es gibt Fälle, in denen Unternehmer plötzlich sterben — durch Unfall oder Krankheit — ohne irgendetwas geregelt zu haben. Profitable Betriebe mit 50, 100 Mitarbeitern, die stillgelegt werden. Mitarbeiter, die ihren Job verlieren. Manchmal ist der Käufer die einzige Lösung, die einem Unternehmen das Überleben sichert.

Was passiert, wenn du weiter wartest?

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Wer auf ihn wartet, wartet sein Leben lang.

Jeder hat eigene Lebensumstände — gerade Eltern geworden, berufliche Verpflichtungen, persönliche Risikotoleranz. Das sind faire Argumente. Aber man muss sich fragen: Wie ernst meine ich es wirklich? Wenn du das nicht beantworten kannst, ist der erste Schritt: diesen Kurs machen, sich durch das Material arbeiten, echte Klarheit gewinnen.

Wer heute beginnt, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen — auch nur nebenher, auch nur abends und am Wochenende — hat in einem Jahr einen Wissensvorsprung, den sich andere erst noch erarbeiten müssen.

Und was ist der Worst Case? Du hast eine gute Ausbildung. Der Worst Case ist: Du machst, was alle anderen machen, und besorgst dir wieder einen Job. Was hast du zu verlieren?

Die zwei häufigsten Glaubenssätze — und warum sie falsch sind

„Dafür muss man Millionär sein.“

Falsch. Man braucht kein eigenes Geld, um ein Unternehmen zu kaufen — unter den richtigen Bedingungen. Wir haben es bewiesen.

„Ich habe doch gar nicht die Erfahrung.“

Wir haben mehr als einen Unternehmer kennengelernt, der seit 30 Jahren erfolgreich ein Unternehmen führt — und nicht weiß, was er nächsten Monat verdient, keine GuV lesen kann, nicht weiß, welches Produkt Geld bringt und welches nicht. Er ist Macher. Die Theorie hinter Unternehmertum — die kann jeder lernen. Genau das bringen wir dir bei.

An wen richtet sich dieser Kurs nicht

Wenn du weißt, dass du Sicherheit brauchst. Dass du klare Anweisungen von oben brauchst. Dass du die Struktur eines Angestelltenverhältnisses benötigst — dann ist dieser Kurs nicht für dich. Das ist keine Kritik. Es ist eine andere Lebensform, die für viele Menschen richtig ist.

Die Grundvoraussetzung: Du spürst in dir diesen Drang, etwas anzupacken, Verantwortung zu übernehmen, etwas Eigenes aufzubauen. Wer das nicht fühlt, würde sicherlich etwas lernen — aber höchstwahrscheinlich nicht zur Anwendung bringen.

Zur Klarstellung bei verbreiteten Ausschlusskriterien: Die Person ohne Eigenkapital, die Person, die erst 18 ist, die Person aus einer Branche, die auf den ersten Blick nichts mit Unternehmenskauf zu tun hat — an die richtet sich der Kurs trotzdem. Man kann branchenfremd ein Unternehmen übernehmen und erfolgreich führen.

Deine Aufgabe für diese Lektion

Was dich in diesem Kurs erwartet

Dieser Kurs ist in drei Phasen aufgeteilt, die aufeinander aufbauen.

Phase A: Der Käufer

Wir beginnen mit dir. Mit deiner Frage: Bin ich der Richtige dafür? Was macht einen guten Nachfolger aus — und was nicht? Wir gehen durch die Unterschiede zwischen einem Facharbeiter, einem Manager und einem Unternehmer. Warum diese Unterscheidung entscheidend ist. Was Eigenkapital wirklich bedeutet und was nicht. Wie du ein Suchprofil entwickelst, das zu dir passt — und nicht zu einem idealisierten Bild von dir.

Phase A ist bewusst kein Einstieg in Zahlen oder Prozesse. Sie ist ein Einstieg in die Frage, wer du als Käufer sein wirst.

Phase B: Der Verkäufer

Dann wechseln wir die Perspektive. Wir schauen uns an, was auf der anderen Seite des Tisches passiert — warum Unternehmer verkaufen, wie sie entscheiden, was sie wirklich wollen. Nicht als Berater dieser Unternehmer, sondern aus der Perspektive von jemandem, der als Käufer gelernt hat, was Verkäufer bewegt.

Wir gehen durch Bewertung und Unternehmenswert, durch die finanzielle Vorbereitung, durch den Prozess — und durch das, was nach dem Verkauf kommt. Das klingt nach Verkäuferkurs. Es ist ein Käuferkurs. Denn wer versteht, was auf der anderen Seite passiert, verhandelt besser, baut schneller Vertrauen auf und sieht die Chancen, die andere übersehen.

Phase C: Die Suche und der Kauf

Im letzten Teil wird es konkret. Wie findet man Unternehmen — abseits der üblichen Portale? Wie analysiert man sie schnell und sauber? Wie sieht ein erster Kontakt aus, der funktioniert? Was passiert in der Due Diligence, und worauf muss man achten? Wie verhandelt man Kaufpreis und Konditionen?

Phase C ist der Bereich, in dem das Wissen aus Phase A und B in Handlung übergeht.

Wie wir durch den Kurs führen

Jedes Kapitel folgt dem gleichen Prinzip: zuerst das Bild, dann die Tiefe. Wir erklären ein Thema, nehmen dann eine zweite Perspektive ein — was stimmt daran nicht? Was wird vereinfacht? Was sehen viele nicht? — und geben am Ende konkrete Übungen mit, die dir helfen, das Gelernte auf deine eigene Situation anzuwenden.

Es gibt keine Musterlösungen. Unternehmensnachfolge ist zu individuell für Schablonen. Was es gibt: Orientierung, ehrliche Einschätzungen, und das Wissen aus echten Gesprächen und echten Prozessen.

Beantworte diese Fragen schriftlich — nicht im Kopf. Schreiben zwingt zur Klarheit.

  • Was war dein erster Gedanke, als du von Unternehmensnachfolge gehört hast? Skepsis? Neugier? Beides?
  • Welcher Satz trifft am ehesten auf dich zu: Ich habe kein Geld dafür. / Ich habe nicht die Erfahrung dafür. / Ich bin nicht der Typ dafür.
  • Was wäre in 5 Jahren anders, wenn du jetzt anfängst — und was wäre gleich, wenn du es nicht tust?

Es gibt keine richtigen Antworten. Aber ehrliche Antworten zeigen dir, wo deine eigentlichen Blockaden liegen. Und genau die arbeiten wir in Phase 0 auf.

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